Drach


Drach
Drạch,
 
1) Albert, österreichischer Schriftsteller, * Wien 17. 12. 1902, ✝ Mödling 27. 3. 1995; Rechtsanwalt, lebte 1938-47 im französischen Exil (zeitweise im Internierungslager zusammen mit L. Feuchtwanger und W. Hasenclever, darüber: »Unsentimentale Reise«, 1966). Beachtung fand er zuerst mit seinem Roman »Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum« (1964, entstanden ab 1939), in dem unter Verwendung der altösterreichischen Kanzleisprache das Schicksal eines ostgaliz. Juden beschrieben wird, der in die Maschinerie der Behörden gerät. Die Dramen und Spiele, häufig mehrfach überarbeitet, entstanden zum Teil schon in den 1920er-Jahren und wurden erst später veröffentlicht. Drach griff darin barocke Stilmittel auf, verwendete Traditionen des Volkstheaters, die er bis ins Skurrile, Absurde steigerte, weswegen er mitunter F. von Herzmanowsky-Orlando und E. Ionesco zur Seite gestellt wird. Erhielt 1988 den Georg-Büchner-Preis.
 
Weitere Werke: Dramen: Marquis de Sade (1929); Das Spiel vom Meister Siebentot und weitere Verkleidungen (1964, Sammlung); Das Aneinandervorbeispiel und die inneren Verkleidungen (1966, Sammlung).
 
Lyrik: Kinder der Träume (1919).
 
Erzählungen: Die kleinen Protokolle und das Goggelbuch (1965); Untersuchung an Mädeln. Kriminal-Protokoll (1971).
 
»ZZ« das ist die Zwischenzeit (1968, Roman).
 
In Sachen de Sade (1974, Es.); Ironie vom Glück. Kleine Protokolle und Erzählungen (1994).
 
Ausgabe: Gesammelte Werke, 8 Bände (1964-72).
 
 
A. D., hg. v. G. Fuchs u. G. A. Höfler (Graz 1995).
 
 2) Johannes, lutherischer Theologe, Draconites, Johannes.

Universal-Lexikon. 2012.

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